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Innovationsstandort

Gewinner des NRW-Ideenwettbewerb 2006

Meschede zeigt mit dem Gewinn des NRW-Ideenwettbewerbs, dass die Kreisstadt lt. Innenminister Dr. Ingo Wolf eine der 16 innovativsten Kommunen in NRW ist. Das Konzept Junge Karriere Meschede konnte die Jury in der Kategorie "Strukturwandel und demographischer Wandel" überzeugen.

Auf dem in Düsseldorf vor Anker liegenden Ideenschiff der NRW.BANK prämierten Innenminister Dr. Ingo Wolf und der Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK, Dr. Ulrich Schröder, am 05.07. die 16 Preisträger des NRW.BANK.Ideenwettbewerbs für Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen.
Bei dem unter der Schirmherrschaft von Dr. Wolf erstmalig veranstalteten Wettbewerb bewarben sich fast 70 NRW-Kommunen und -Kreise mit über 100 innovativen Projekten. Ziel des Wettbewerbs ist es, wegweisende Konzepte aus den Verwaltungen bekannter zu machen und Ideen an andere Verwaltungen weiterzugeben. Bewerben konnten sich die Teilnehmer in vier Kategorien: "Neue Wege der kommunalen Serviceleistung", "Innovative Wirtschafts- und Standortförderung", "Strukturwandel und demografischer Wandel" sowie "Innovationsideen aus der kommunalen Verwaltung".
Preisträger in der Kategorie "Strukturwandel und demographischer Wandel" ist die Stadt Meschede. Sie überzeugte die Jury mit dem Projekt "Junge Karriere Meschede", in dem insgesamt 8 Einzelprojekte zu einem tragfähigen Konzept zusammengefasst wurden.


1. Konzeptionelle Eckpfeiler

Die Kreisstadt Meschede mit etwa 35.000 Einwohnern zeigt Jungen Menschen wer wir sind:
ein dynamischer Standort für die Bereiche Ausbildung, Weiterbildung, Studium sowie die Ansiedlung Junger Unternehmen! Die Kreisstadt Meschede zeigt als Zentrum der Region wer wir sind:
Verantwortung für die Kommunen der Umgebung mit dem Bestreben einer gemeinsame Positionierung in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Gewerbe ist für uns selbstverständlich!
Die Kreisstadt Meschede zeigt, wie mit relativ bescheidenen Mitteln die Struktur der Dienstleistung am Kunden grundlegend ausgebaut werden kann: „Auszubildender“, „Gründer“ oder „Unternehmen“ sind die Akteure im Focus aller Bestrebungen. Die Einzelkomponenten werden in Kooperation mit den relevanten Institutionen ausgearbeitet und durchgeführt!
Die Kreisstadt Meschede zeigt bislang nur in Ausschnitten, welch gute Möglichkeiten für eine Karriere in Meschede bestehen:
Ansatz des vorliegenden Konzepts ist die sinnvolle Zusammenführung bestehender Angebote und Projekte, deren Ziel führende inhaltliche Ergänzung sowie die Vermarktung als den Zielgruppen entsprechende Gesamtstrategie für den Standort Meschede. Die durchgehend seriösen, schwer zu vermittelnden aber zukunftsweisenden Themenfelder zielen im Focus auf die Gewinnung von Vertrauen in den Standort auf allen Ebenen. Nur so kann die kommunale Wirtschaftsförderung Synergien schaffen und Potentiale koppeln. Eine nachhaltige Positionierung kann aus diesem Grund nicht daraus bestehen, durch absolute Originalität zu bestechen, sondern soll durch pfiffige Maßnahmen nach Innen und Außen gleichermaßen wirken!

2. Status Quo und konkrete Maßnahmen

Die Stadt blickt als Mittelzentrum im ländlichen Raum bis zum Jahr 2020 einem prognostizierten Rückgang der Bevölkerung im Alter von 30 bis unter 40 Jahren sowie im Alter von unter 20 von je über 20 % entgegen. Somit sind die Bereiche „Ausbildung“ und „Existenzgründung“ mittel- bis langfristig akut in ihrer Substanz gefährdet, da die entsprechenden Bevölkerungsgruppen wegzubrechen drohen. Als aufstrebender Hochschulstandort mit einem zunehmenden Schwerpunkt bei wissensbasierten Dienstleistungen und einer weiterhin starken Gewichtung des produzierenden Sektors sind die durch die Wirtschaftsförderung in enger Kooperation mit der örtlichen Wirtschaft und weiteren Akteuren umzusetzenden Maßnahmen als Gesamtpaket klar definiert:

1. Steuerung des demografischen Wandels durch aktive Standortpolitik
2. Sicherung qualifizierter Ausbildungsangebote
3. Profilierung des Standortes für Junge Unternehmen

Die Themenbereiche werden nicht isoliert sondern im Rahmen der weiteren Stadtentwicklungspolitik integriert bearbeitet und begleitet. Dennoch soll durch die Verankerung von Leuchtturmprojekten aus den drei genannten Teilbereichen die praktische Machbarkeit sowie die Transparenz der angestrebten Entwicklung für Handel, Wirtschaft und Bürgerschaft durch Bündelung im Projekt „Junge Karriere Meschede“ unter Federführung der Wirtschaftsförderung aufgezeigt werden.

1. Steuerung des demografischen Wandels durch aktive Standortpolitik

* Die Ausweisung des hoch verdichteten Gewerbeparks Enste Nord mit etwa 20 ha wird langfristig dem Übergang am Arbeitsmarkt entsprechen, ohne die Möglichkeit zur Revitalisierung zukünftig nicht mehr benötigter Flächen zu beeinträchtigen.
* Ansiedlung junger, wissensorientierter Firmen auf dem Campus der FH Südwestfalen durch Umnutzung bestehender Strukturen in Kooperation mit der FH Südwestfalen.
* Gezielte Standortpolitik zur Förderung wissensorientierter Dienstleistungen durch Instrumente der Preisbildung.

2. Sicherung qualifizierter Aus- und Weiterbildungsangebote

* BerufsInfoBörse als Initiative der örtlichen Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung: 2-tägige Veranstaltung in Messeform mit etwa 45 lokalen Unternehmen, regionalen sowie bundesweit tätigen Organisationen als Informationsangebot an Schulen zur aktuellen Ausbildungssituation.
* Standorttour mit Schulen der Umgebung: nachfragebasierte, von der Wirtschaftsförderung finanzierte etwa vierstündige Bustour, um Abschlussklassen verschiedener Schulformen den Wirtschaftsstandort Meschede grundsätzlich und in Form mehrerer Betriebsbesuche im Detail vorzustellen („Was passiert hinter all den Werkstoren?“).
* Das interkommunale Projekt „MehrWert steuern“ bietet dem Einzelhandel die Möglichkeit die Themenfelder „Geschäftsführung“, Angestellte“, „Kunden“ und „Standort“ im Gespräch mit Kollegen und beratenden Institutionen zu diskutieren und zu qualitativen Verbesserungen für das eigenen Haus zu kommen. Weiterqualifizierung der Mitarbeiter stehen ebenso auf der Agenda wie etwa Ausbau der Serviceangebote im Tagesgeschäft. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2007.

3. Profilierung des Standortes für Junge Unternehmen

* Die von der Wirtschaftsförderung Meschede durchgeführte Jungunternehmermesse „Innovativa“ gibt jungen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen und Produkte einer breiten Öffentlichkeit und etablierten Unternehmen vorzustellen. Gerade in der Anfangsphase ist es wichtig, als Unternehmen „gesehen“ zu werden, um sich einen Kundenstamm aufbauen und am Markt bestehen zu können. Ziel dieser Maßnahme ist die langfristige Etablierung junger Unternehmen und somit die Arbeitsplatzsicherung und – schaffung.
* Mit der Initiierung des Existenzgründer- und Jungunternehmerstammtisches forciert die Wirtschaftsförderung die Netzwerkbildung und die Kommunikation unter den Angesprochenen. Der Erfahrungsaustausch verbunden mit Impulsreferaten zu verschiedenen Themenfeldern bietet den Unternehmen die Möglichkeit voneinander zu lernen, Fehler in der Anfangsphase zu vermeiden und Kontakte aufzubauen um langfristig das Bestehen des Unternehmens zu sichern.
* Mit der zweimonatig durchgeführten Existenzgründersprechstunde hat die Wirtschaftsförderung ein kostenloses Angebot geschaffen, bei dem diese in Zusammenarbeit mit einem Beraterteam bestehend aus einer Unternehmensberaterin, einem Steuerberater, einer Rechtsanwältin sowie einer Personal- und Unternehmensentwicklerin Grün-dungswilligen erste fundierte Informationen an die Hand gibt.

3. Mehrwert und Perspektiven

Der Mehrwert der Wirtschaftsförderung liegt in der Bündelung von finanziellen und personellen Ressourcen. Dies trifft ebenso auf die institutionellen Kooperationspartner zu. Zudem kann ein inhaltliches Gesamtkonzept zielgruppenübergreifend vermarktet werden und somit den Standort facettenreicher nach Außen kommunizieren.
Durch die Lotsendienste der Wirtschaftsförderung besteht für alle Teilprojekte die Möglichkeit mit einem Ansprechpartner zusammen zu arbeiten. Die institutionelle Schwellenangst konnte deutlich abgebaut werden, da durch die Zusammenfassung von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung durchaus auch Themen des täglichen Lebens wie etwa Stadtfeste oder touristische Projekte kommuniziert werden und so der Zugang erleichtert wird.
Ob in regionalen Abstimmungsgremien, Investoren oder der Schulklasse vor Ort: Der Standort Meschede zeigt mit dem Projekt Junge Karriere Meschede wer wir sind. Ein starkes Stück Westfalen im Sauerland!

Weitere Informationen bei

Tel. 0291 - 90 24 91 15
wirtschaftsfoerderung@meschede.de


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